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Katanalehrgang

Besuch aus Frankreich

Bereits zum zweiten mal hatten wir Anfang Juni Meister Michel Martin aus Frankreich zu Gast in Hannover, der uns Einblicke in die Arbeit mit Katana und Bokken gegeben hat.

Michel Martin gehört dem französischen Verband FAT (Federation D'Aikido Traditionnel) an, der von Meister Daniel Brun gegründet wurde. Brun war Schüler von Tadashi Abe, der wiederum direkter Schüler von O Sensei war. Abe vertrat ein sehr traditionelles Aikido, wie es vor dem zweiten Weltkrieg gelehrt worden ist. Das gilt auch für die Arbeit mit den Waffen - die Techniken des FAT sind daher vom traditionellen Schwertkampf beeinflusst und es gibt neben dem eigentlichen Aikido auch eine Graduierung für Waffen.

Martin, ein Schüler von Brun, hat neben seinem 7. Dan in Aikido auch den 5. Dan Katana - eine für uns erst einmal recht exotische Graduierung. Was das bedeutet, zeigte der Gast aus Frankreich auf beindruckende Weise. Und er bot den 43 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die sich zum Lehrgang in Hannover angemeldet hatten, einen Einblick in die Arbeit mit dem Schwert, der in dieser Intensität hierzulande selten ist.

Übung„Denkt nicht an die Waffe", sagt Martin. „Die kommt schon hinterher, wenn der Körper sich bewegt." Das ist leichter gesagt, als getan, denn die zwei Schwert-Katas auf dem Programm enthielten jede Menge ungewohnten Stoff für ein Wochenende. Warum lohnt es sich das zu üben? „Früher", erklärt Martin, „war es so, dass alle, die Kampfkunst gelernt haben, auch mit der Katana gearbeitet haben. Eine Kata ist so etwas wie das Archiv einer Kampfkunst. Und bei der Arbeit mit dem Schwert gibt es sehr viele Katas".

Martin, ganz in Schwarz gekleidet, steht vorne und gibt das Kommando: Das Schwert ziehen, nach vorn auf ein Knie, das Bokken um den Kopf herumführen, in den Gürtel stecken, hochkommen und wieder von vorne. Schneller und immer schneller zählt Martin an, bis die ersten aussteigen. „Ab und zu", sagt er, „muss man schnell arbeiten, um zu verhindern, dass der Kopf anfängt zu denken. Der Körper ist viel schneller als der Kopf".

Bei aller Verschiedenheit, gibt es aber doch immer wieder Vertrautes, das wir nur allzu gut aus dem Aikido-Training kennen. „Haltung, Gleichgewicht und Kontrolle" ist so ein Mantra von Martin, das er immer wieder wiederholt. „Ohne Beinarbeit kommt man nicht weit. Man muss tief stehen, sich abstützen, sich mit dem Boden verwurzeln". Aber auch die Wichtigkeit der Präsenz betont er immer wieder, dass wir „vigilance" bewahren müssen - ständige Wachsamkeit.

Und noch eine französische Vokabel dürften die Lehrgangsteilnehmer gelernt haben: dass „facile" so viel wie einfach heißt, weil eigentlich alles, was Martin gezeigt hat „ganz einfach ist". Jedenfalls irgendwann. "Auch wenn wir wirklich gut sind, können wir nicht von Anfang an wie ein 4. Dan arbeiten. Das ist nicht möglich. Es gibt keine Abkürzungen. Es gibt keine Möglichkeit, außer Arbeiten, arbeiten, arbeiten", gibt Martin den Teilnehmern mit auf den Weg.

Und hier ein paar bewegte Bilder:


Weitere Bilder

Text: Wolfgang Stieler · Video: Wolfgang Stieler

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